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Nationale Bildungssystematik

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Gesetze über die Berufsbildung

Berufsbildungsgesetz und Berufsbildungsverordnung

Das Berufsbildungsgesetz (BBG) und die Berufsbildungsverordnung (BBV) tragen dem Wandel in der Berufs- und Arbeitswelt Rechnung und passen sich neuen Bedürfnissen an. Im Mittelpunkt steht nach wie vor die berufliche Handlungsfähigkeit und die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt.

Schweizerische Bildungssystematik

Das schweizerische Bildungswesen umfasst folgende Bildungsstufen:

  • Primarstufe (inklusive Kindergarten oder Eingangsstufe)
  • Sekundarstufe I
  • Sekundarstufe II: berufliche Grundbildung und allgemeinbildende Schulen (gymnasiale Maturitätsschulen, Fachmittelschulen)
  • Tertiärstufe: höhere Berufsbildung ausserhalb der Hochschulen (eidgenössische Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen, höhere Fachschulen) und Hochschulen (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen)
  • Weiterbildung

Bildungsstufen

Die Berufsbildung ist auf der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe angesiedelt. Sie baut auf klar definierten Bildungsangeboten und nationalen Qualifikationsverfahren auf und ist von einer hohen Durchlässigkeit geprägt: Der Besuch weiterführender Bildungsangebote, der Wechsel von der Berufsbildung an eine Hochschule und ein Tätigkeitswechsel im Verlauf des Arbeitslebens werden auch durch die Anrechnung bereits erbrachter Bildungsleistungen erleichtert. Die Berufsbildung deckt ein breites Spektrum an Bildungsmöglichkeiten ab. Die Angebote berücksichtigen unterschiedliche Fähigkeiten und sind auf die Bedürfnisse der verschiedenen Altersklassen ausgerichtet. Auf allen Ebenen ist zudem ein vielfältiges Angebot an berufsorientierten Weiterbildungen vorhanden.

Sekundarstufe II: Berufliche Grundbildung

Eine berufliche Grundbildung führt zu ausgewiesenen beruflichen Qualifikationen und ist Basis für lebenslanges Lernen.

3- oder 4-jährige berufliche Grundbildung mit
eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

In einer beruflichen Grundbildung mit EFZ werden Qualifikationen zur Ausübung eines bestimmten Berufs erworben. Sie öffnet den Zugang zu einer höheren Berufsbildung. Während oder nach dem Abschluss einer beruflichen Grundbildung mit EFZ kann zudem eine Berufsmaturität erworben werden.

2-jährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)

Eine berufliche Grundbildung mit EBA ermöglicht überwiegend praktisch begabten Jugendlichen einen anerkannten Abschluss mit einem eigenständigen Berufsprofil. Sie öffnet den Zugang zu einer 3- oder 4-jährigen beruflichen Grundbildung mit EFZ.

Eidgenössische Berufsmaturität

Die Berufsmaturität ergänzt die berufliche Grundbildung mit EFZ mit einer erweiterten Allgemeinbildung. Sie ermöglicht den prüfungsfreien Zugang zu einem Studium an einer Fachhochschule. Mit der Ergänzungsprüfung «Berufsmaturität – universitäre Hochschulen» (Passerelle) ist auch der Zugang an eine Universität oder an eine Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) möglich.

Brückenangebote

Brückenangebote sind praxis- und arbeitsweltbezogene Angebote nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit. Sie ergänzen das Programm der obligatorischen Schule und orientieren sich an den Anforderungen der beruflichen Grundbildung.

Tertiärstufe: Höhere Berufsbildung

Berufsleuten mit einem EFZ oder einem gleichwertigen Abschluss ermöglicht die höhere Berufsbildung eine Spezialisierung und ein Vertiefen des Fachwissens. Ausserdem können Qualifikationen im Bereich der Unternehmensführung erlangt werden. Die höhere Berufsbildung ist konsequent arbeitsmarktorientiert und baut auf der beruflichen Erfahrung auf. 

Eidgenössische Berufsprüfung

Eine eidgenössische Berufsprüfung ermöglicht Berufsleuten eine erste fachliche Vertiefung und Spezialisierung nach der beruflichen Grundbildung. Sie wird mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen. Dieser ist in der Regel eine Bedingung für die Zulassung zu einer eidgenössischen höheren Fachprüfung.

Eidgenössische höhere Fachprüfung

Eine eidgenössische höhere Fachprüfung qualifiziert Berufsleute als Expertinnen und Experten in ihrer Branche oder für Leitungspositionen in Unternehmen. Sie wird mit einem eidgenössischen Diplom abgeschlossen.

Bildungsgänge an höheren Fachschulen

Bildungsgänge an höheren Fachschulen richten sich an Berufsleute mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis oder einer gleichwertigen Qualifikation und fördern Kompetenzen im Bereich der Fach- und Führungsverantwortung. Die Bildungsgänge sind generalistischer und breiter ausgerichtet als die eidgenössischen Prüfungen. Sie werden mit einem eidgenössisch anerkannten Diplom HF abgeschlossen.

Berufsorientierte Weiterbildung

Die berufsorientierte Weiterbildung (nicht-formale Bildung wie Kurse, Seminare etc.) ist Teil jeder Bildungsstufe und Teil des lebenslangen Lernens.

Schweizerische Bildungssystematik Gesundheit

Mit dem Berufsbildungsgesetz von 2004 wurde die Regelungs- und Überwachungskompetenz für die nichtuniversitären Ausbildungen im Gesundheitswesen dem Bund übertragen.

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Rahmenlehrplan BMA HF

Die Vorgaben für den Bildungsgang «dipl. biomedizinische/r Analytiker/in HF» sind im entsprechenden Rahmenlehrplan festgehalten (Link in der Box rechts).

Die berufsspezifischen Rahmenlehrpläne werden, unter der Verordnung des eidg. Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) über Mindestvorschriften, für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen ausgearbeitet. Berufsprofil, zu erreichende Kompetenzen und Titel, Bildungsbereiche mit ihren zeitlichen Anteilen sowie Inhalte des Qualifikationsverfahrens werden darin festgelegt. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit zwischen der nationalen Dach-Organisation der Arbeitswelt Gesundheit OdASanté und berufsspezifischen Entwicklungskommissionen. Eine finale Absegnung erfolgt durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI.

Aktualität und Revision

Die aktuelle Version des Rahmenlehrplans BMA HF gilt bis längstens am 1. November 2022 als genehmigt. Zu jenem Zeitpunkt ist durch OdA Santé geplant, eine nächste standardisierte Revidierung durchzuführen. Dazu werden alle Ausbildungsbetriebe, welche Studierende BMA HF ausbilden, kontaktiert. Die Ausbildungsverantwortlichen dieser Betriebe haben so die Möglichkeit, ihr Feedback zum Rahmenlehrplan abzugeben. Derselbe Prozess findet auch auf Seite des medi statt.

Sollten vor dem offiziellen Revidierungszeitpunkt akute Problematiken bestimmter Aspekte des geltenden Rahmenlehrplans entstehen, welche die ganze Branche betreffen, können die Anliegen über die Vertretungen des Verbandes Die Spitäler der Schweiz H+ in der Entwicklungskommission eingegeben werden.

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